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Als eine der erfolgreichsten Bands Schottlands haben die SIMPLE MINDS eine Generation geprägt und im Laufe ihrer beinahe dreißig Jahre umfassenden Karriere über zwanzig Top-20-Hits erzielte. Sie haben mehr als zwanzig Millionen Platten verkauft, hatten fünf Nummer-1-Alben und vier amerikanische Top-10-Singles (inkl. einer #1!). Sie wurden vom Q Magazine zum besten Liveact der Welt gewählt und haben unzählige ausverkaufte internationale Stadiontourneen (inkl. 3x Wembley Stadion!) absolviert. Sie haben so vielfältige Bands wie die aktuellen Lieblinge
BLOC PARTY und MUSE sowie MOBY, MANIC STREET PREACHERS und STEREOPHONICS beeinflusst. Erst kürzlich erwiesen YELLOWCARD ihrem größten Hit „Don’t You (Forget About Me)“ bei den MTV Music Awards die Ehre.  

Nach drei Jahren Unterbrechung  seit „New Gold Dream“  waren die  SIMPLE MINDS im vergangenen September wieder zurück mit „Black and White 050505“. Die Scheibe hat den mitreißenden, überwältigenden Sound, der für ihre größten Hitalben „Sparkle In The Rain“, „Once Upon A Time“ und „Street Fighting Years“ charakteristisch war. Mit dem in Italien und Holland aufgenommenen und anschließend vom legendären Bob Clearmountain in Los Angeles abgemischten Album zeigte sich die vierköpfige Band (Jimm Kerr – Gesang, Charlie Burchill – Gitarre, Mel Gaynor – Drums, Eddy Duffy – Bass) wahrhaftig wieder in alter Form, was ihr gleichzeitig eine ganz neue Generation von Fans bescheren und ihre gegenwärtigen Anhänger begeistern dürfte.

Und jetzt sind sie auch wieder auf Tournee. (Die genauen Daten findet Ihr ganz unten auf der Seite) Vorab hat Sänger und Frontmann Jim Kerr seine Sicht der Dinge geäußert, Rede und Antwort gestanden und das mit viel schottischem Akzent.

Besonders in den 80er Jahren waren die Simple Minds sehr erfolgreich. Aber so ab Mitte der 90er Jahre schien es, als wäre Euch die Lust abhanden gekommen. Was war los?

Wenn es so etwas wie ein Burn out gab, dann war  der Grund dafür recht simpel: Von 1878 bis 1991 haben wir nonstop gearbeitet.  Ich will mich keineswegs beschweren; dass wir so hart gearbeitet haben, denn es hat uns ja viel Spaß gemacht. Wir wollten gar nicht aufhören. Das. gilt auf jeden Fall für Charlie and mich. Rückblickend würde ich sagen, dass es besser gewesen wäre, wenn wir unser Tempo etwas gedrosselt hätten. Aber es wurde eben zu einem Supercoup. So um 1991, 1992 war die Band wirklich riesig geworden, so dass wir das Gefühl hatten, der Prototyp eines Jumbojets zu sein - allerdings ohne Flugbenzin. Wir hatten keine neuen Songs and alles was wir versuchten, hörte sich wie eine Parodie unserer selbst oder wie eine trostlose Reminiszenz an unsere Vergangenheit an. Auf einmal fühlten wir die. Schwere unserer Vergangenheit. Außerdem begannen viele Dinge in unserer nächsten Umgebung auseinander zu brechen. Unser Keyboarder verließ uns. Er war aber ein wichtiger Tell der Band. Dann kündigte auch unser Manager. Wir hatten das Gefühl, als wenn unser Jumbojet ein Triebwerk verloren hätte.

Natürlich haben wir in all diesen Jahren viel and gern gearbeitet. Dennoch haben wir versucht, ein Leben außerhalb der Band zu führen. Aber auch da ging vieles in die Brüche. Es war einfach eine schlechte Phase - nach dem Aufstieg folgte der Niedergang, so wie es jedem passiert. Man konnte vielleicht einwenden, dass es bei dieser oder jener Band nicht so gewesen wäre, aber wenn man genau hinschaut, gilt das tatsachlich höchstens für ein oder zwei Bands überhaupt.


Habt Ihr Euch damals gefragt, wie es weiter gehen soll?

Wenn ich sage, dass wir ausgebrannt waren, will ich eins klarstellen, denn wenn jemand das hier liest, sagt er vielleicht: Was redet der vom Burn Out?! Sie haben ein tolles Leben, tolle Häuser usw! Und er hatte damit Recht. Aber wenn man ganz nah an den Bergen wohnt, sieht man sie eines Tages nicht mehr. Ich denke, so ungefähr erging es uns. Aber wir hatten nie das Gefühl, aufzugeben oder alles hinzuwerfen. Wir haben uns zwar ein wenig zurück gezogen, sind aber nie völlig verschwunden. Viele Leute reden über Karriere und dergleichen. Aber es gibt keinen Masterplan dafür. Ich erinnere mich, dass ich immer zu Leuten aufgeschaut habe, die ich sehr respektiert habe, und die eine lange Karriere hatten, Leute wie Neil Young, natürlich Bob Dylan oder auch John Lennon - Leute, die mindestens eine Klasse über uns standen - und ich fragte
mich immer, wie sie es geschafft haben, solange erfolgreich zu sein. Auch ein David Bowiegehört dazu. Aber sie alle hatten auch Phasen, wo sie sich verrannten, oder wo sie fast erledigt waren and Fehlstarts hatten. Und mir war klar, dass auch wir eines Tages so etwas überstehen mussten.


Stand
es
jemals zur Diskussion, die Band aufzulösen?

Nein, daran habe ich nie gedacht. Es gab vielleicht mal ein paar Momente, wo ich dachte, es sei für uns gelaufen. Aber das ist eine andere Sache, als darüber nachzudenken, ob man aufhören sollte. Ich muss zugeben, dass es eine Zeit gab, wo ich von der Musikindustrie sehr befremdet war. Als wir unseren Vertrag bei Virgin Records unterschrieben, hatte die Firma auch die Sex Pistols, Pere Ubu, Magazine oder John Foxx unter Vertrag. In den 90ern sind sie in die Luft gesprungen, well sie die Spice Girls and Janet Jackson unter Vertrag hatten. Da dachte ich, dass die Welt an mir vorübergeht. Die Leute von der Firma sagten: Die Spice Girls sind wirklich gute Leute. Da dachte ich, das ist nicht meine Zeit. Solche Perioden gab es schon.
                                                                                     


Mit dem Album ,,Cry" habt Ihr vor drei Jahren Euer letztes Album herausgebracht. Es war nur einmalig
erfolgreich. Was denkst Du rückblickend über dieses Album?

 
Das Album „Cry" diente dazu herauszufinden, ob der Herzschlag der Simple Minds noch funktioniert. Ich finde, dass es uns mit ,,Cry" gelungen ist, die Kiste aus dem Dreck zu ziehen und wieder in die richtige Richtung zu gehen. Danach ging es darum, wie weit wir damit kommen. Kommen wir eine Meile voran oder zweitausend? Das Tolle an „Cry" war, dass wir wieder spielen konnten und wir kapierten, wie sehr wir das wollten. Denn wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir es wirklich immer noch wollten. Wir wollten es zwar irgendwie, aber wir waren uns eben nicht ganz sicher, wie sehr wir es wollten. Glücklicherweise war das Leben sehr gut zu uns. Es gibt auch andere Dinge in unserem Leben. Als ich darüber nachdachte, dass es für uns vielleicht vorüber sei, war ich erschrocken über meine Haltung, denn ich sagte mir: Okay, es war toll! - Ich fragte mich, warum ich nicht, traurig war. Aber ich dachte nur: Es war toll. Wir schulden niemandem etwas, uns schuldet niemand etwas. Wir haben dieses kleine Projekt auf die Beine gestellt and es lief gut. - Andrerseits dachte ich aber auch, dass ich mehr darum kämpfen sollte.

Kann man sagen, dass ,,Cry" sozusagen eine Aufwärmübung für das neue Album ,,Black & White 050505" war?

Beim Album ,,Cry" konnten wir ein Echo hören, wie es hätte sein können. Aber mit dem neuen Album mussten wir wirklich am Punkt Null beginnen, um es richtig zu machen. Das bedeutete, dass wir wieder zusammen gelebt and zusammen im Studio gearbeitet haben und nicht etwa, dass irgendwelche Files hin- and hergeschickt wurden, oder die Leute zu verschiedenen Zeiten ins Studio gingen, weil einer sich gerade ein neues Auto kaufen musste. Wir haben zu Beginn der Arbeit festgelegt, was wir erreichen wollten. Das ist natürlich immer leichter gesagt als getan. Aber wir wollten ein klassisches Simple-Minds-Album machen, das große emotionale Popmusik, Atmosphäre and Drama beinhaltet und dies mit der Energie der Jugend verbindet. Die Frage war: Wie schafft man das?! Aber wir wollten auf jeden Fall eine neue Energie.


Das neue Album klingt wie eine Synthese aus Eurem klassischen Cinemascope-Sound aus den 80ern and modernen Elementen. Vor allem hat es wieder Biss and Energie...

Ich bin froh, das zu hören, denn das ist es, was wir erreichen wollten. Und das schafft man gewöhnlich nur sehr selten. Oft klappt es eben nicht ganz so, wie man es sich wünscht. Aber wir wollten uns diesmal nicht mit Halbheiten zufrieden geben. Und nachdem wir die ersten Melodien geschrieben hatten, war mir klar, dass wir auf einem guten Weg sind. Dann stand die Frage: Wie bringen wir die Band wieder zusammen? Schaffen wir es so zu arbeiten, wie es sich gehört? Und auf einmal begann dieses kleine Pflänzchen, das jahrelang ganz mickerig war, wieder zu sprießen and zu wachsen. Da wusste ich, dass es diesmal klappt. Das geht mir z.B. so, wenn ich mir den ersten Song „Stay Visible" anhöre.

Als wir mit der Arbeit am Album begannen, lange bevor wir überhaupt einen Vertrag unterschrieben hatten, war mir klar: Die Leute von der Plattenfirma müssen mit dem Album zu Euch, den Presse- and Radio-Leuten gehen and sagen: Hier ist ein neues Simple-Minds-Album. Und ich konnte mir gut vorstellen, dass die meisten sagen würden: Ich mag sie, aber sie waren eine ganze Weile weg. Und der Mann von der Plattenfirma würde dann antworten: Gib der Platte eine Chance, für 30 Sekunden! - Mir war klar, dass diese ersten 30 Sekunden entscheiden, ob es ein Erfolg oder ein Misserfolg wird. Und mit „Stay Visible" hoffe ich, dass uns etwas Gutes gelungen ist, wenn nach der Piano-Melodie das Bassriff beginnt. Ich kann das sagen, denn ich habe diese Melodie nicht geschrieben. Der Song enthält, all das, was wir ausdrücken wollten.


                                                              Das Bayrische Bier schmeckt dem Schotten jedenfalls hervorragend!


Wenn man von den Simple Minds redet, kommt man unwillkürlich auf das Duo Jim Kerr + Charlie Burchill zu sprechen. Wie würdest Du Euer Verhältnis beschreiben?

Wenn ich über Charlie und mich nachdenke, gibt es viele Gründe, warum wir immer noch so gut zusammen arbeiten können. Auch wenn es sich bescheuert anhört, wir sind sehr enge Freunde, mehr als nur Freunde. Aber wir verstehen auch zu kämpfen, und wir haben unsere Kriege. Von außen betrachtet, sieht es immer so aus, als wenn ich der Boss wäre, well ich die Interviews mache. Aber ich bin's nicht. Manchmal ist er der Boss. Das Beste an unserer Freundschaft ist die Tatsache, dass wenn ich nicht gut drauf bin, er es ist - und umgekehrt. Aber wenn wir beide gut drauf sind, dann funktioniert's natürlich am Besten. Und bei diesem Album waren wir beide in Hochform. Ich würde sagen, dass er bei ,,Cry" nicht ganz on the top war. Er wird mich dafür umbringen, dass ich das gesagt habe. Aber bei diesem Album haben wir uns wirklich beide mächtig reingehangt.


In Bezug auf das Textschreiben gibt es wohl zwei bevorzugte Arten. Zum einen das Schreiben linearer Stories, zum anderen das Verwenden von Metaphern and Bildern. Du scheinst eher die zweite Art zu bevorzugen, oder?

Abstrakte and metaphorische Texte interessieren mich mehr, definitiv. Es ist einfach so, weil mir  so ein Text-Puzzle einfach Spaß macht. Die anderen Songs schienen sich gewissermaßen selbst zu schreiben, die Worte sprudelten dann einfach so heraus. Manchmal muss man auch dem Druck widerstehen, immer verständlich sein zu wollen. Manchmal sind die Texte eben eher wie Jazz-Poetry. Manchmal ist die Musik so beschwörend und die Atmosphäre so stark, dann denke ich mitunter, dass die Kombination aus Text and Musik and das Bild, das daraus entsteht, sich von allein erklärt. Ich erinnere mich, wie ich als Schüler im Chemie-Unterricht saß, und der Lehrer ein Experiment durchführte. Er vermischte zwei Substanzen and es passierte etwas Magisches. Und dann hat er uns erklärt, was da passiert war - and die Magie war verflogen. Irgendwie wollte ich es gar nicht wissen, wie es funktioniert. Und mit einigen Songs 1st es genauso.


Der Opener ,,Stay Visible" geht mächtig ab, dennoch hat er eine melancholische Stimmung. Was hat diesen Song inspiriert?


Es war so, als würde ich nur auf den richtigen Moment warten. Ich hatte die Musik schon seit zwei Monaten fertig, und ich habe.sie mir die ganze Zeit im Auto angehört. Ich hatte auch das Gefühl, dass wir damit zu unserem Sound - dem Simple-Minds-Sound - zurück gefunden hatten. Dann dachte ich darüber nach, worüber es im Songtext gehen könnte. Ein Gefühl von Jagd and Verfolgung hat mich die ganze Zeit begleitet. Gleichzeitig las ich das Buch ,,The unbearable lightness of being" eines marokkanischen Journalisten (NICHT ,,Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera). Darin ging es um die Verfolgung politischer Gefangener. Sie träumten davon, endlich wieder nach Hause zu kommen. All das hat mich beschäftigt and die Figuren in dem Song ,,Stay Visible" beeinflusst.


Ein weiterer Song ist das atmosphärische
,,Home". Mal abgesehen vom
Song selbst, was ist derzeit Dein Zuhause?

I
ch fühle mich in Sizilien zu Hause. Seit zwanzig Jahren lebe ich mehr oder weniger dort. Natürlich bin ich als gebürtiger Glasgower durch and durch ein Schotte. Daran besteht kein Zweifel. Aber ich träume inzwischen in italienisch, spreche italienisch. In dem Song ,,Home" geht es weniger über ein Zu Hause im wörtlichen Sinn, sondern mehr um die spirituelle Sehnsucht nach einem Zuhause, die wir alle mehr oder weniger empfinden Wir alle suchen nach diesem Platz, dem Frieden. Und darum geht
es in ,,Home" - um einen Reisenden, der nach innerem Frieden sucht.  

Was reizt Dich so an Sizilien?

Überall in Sizilien and in Italien geht es mir so, dass ich dort nicht so sehr die Künste spüre sondern die Götter. Ich spüre die Griechen, die Römer und die Sizilianer. Ich kann sie wirklich fühlen. Und in Bezug auf die Natur ist Sizilien einfach unglaublich. All diese Dinge geben mir Spaß, Energie and Lebensfreude. Und oberflächlich gesehen, gibt es überall Fußball, die Frauen sind fantastisch - zumindest nach meinem Geschmack - and es ist auch ein sehr sinnliches Leben. Fast schon dekadent in dem Sinn, dass sie Pasta essen, egal ob sie 40 Millionen im Lotto gewonnen haben oder nicht. Es ist einfach toll, wenn man mittags um eins einen kleinen Tisch rausstellt and sich in die Sonne setzt. Wenn man hier Mozarella kauft, schmeckt er nach gar nichts. Aber wenn man ihn in Sizilien mit Basilikum and Öl isst, dam ist es wie eine Ekstase.


,
,Jeweller" ist offensichtlich der erste Song des neuen Albums. Man hat das Gefühl, als würde die Figur an der ganzen Welt verzweifeln. Inwiefern hast Du mit diesem Song persönliche Erfahrungen aufgearbeitet?

Interessant. Zuerst muss ich sagen, dass ich darüber noch gar nicht nachgedacht
habe. Aber wenn ich jetzt  nachdenke, muss ich sagen, dass „Jeweller" ein
älterer Song ist, den ich vor fünf Jahren geschrieben hatte, als ich in einer Krise steckte. Ich war ziemlich negativ eingestellt, fühlte mich verlassen and isoliert - sozusagen auf der ,,Dark Side of The Moon". Wir haben diese Melodie immer gemocht and versucht, einen guten Song hinzubekommen. Und der Text - nun ja, der ist ziemlich trostlos, denn ich fühlte mich verlassen.


,,Kiss The Ground" ist in melodischer Hinsicht der überraschendste Song des Albums. Wie ist der Song entstanden?


Charlies Melodie schien etwas ganz Spezielles zu haben - wie soll ich es beschreiben? - eine Atmosphäre wie aus dem Nahen Osten. Die Melodie war ursprünglich viel langsamer, viel grüblerischer. Und diese grüblerische, gefahrvolle Stimmung führte letztlich auch zu der Bitternis im Text, wo es heißt: „I kiss the ground". - Es geht darum, wie mit religiösen Schriften umgegangen wird. Die Figur in diesem Song sagt, egal was dein Glaube oder deine Religion ist, ich will das! ich glaube an diesen Stein. - Das ist nicht unbedingt mein Glaube. Mir scheint es, dass all die religiösen Schriften so oft missbraucht wurden, um damit Menschen zu manipulieren. Aber diese Figur sagt trotzdem: ich glaube an diesen Stein.


Was hat es mit dem Albumtitel „Black & White 050505" auf sich?


Um ehrlich zu sein, wir hatten lange keinen Titel für dieses Album. Manchmal hat man unwillkürlich eine Idee and sagt sich: Das ist der Albumtitel. Wir hatten bei dem Song „Black & White" schon anfangs das Gefühl, als wäre er wie ein Banner für das ganze Album. Aber der Name ,,Black & White" wurde so oft verwendet - eine Million mal. Da ist es schwer, einem solchen Titel neues Leben einzuhauchen. Andrerseits dachten wir schon, dass wir ihn benützen könnten. Die Frage war nur, wie? In welchem Kontext, welchem Rahmen? Ich finde, dass das Album zwei Seiten hat. Einerseits gibt es vier, fünf Songs, die poppiger and optimistischer, vielleicht auch ein bisschen naiv sind, auf jeden Fall optimistisch. Und dann gibt es diese anderen Songs, die pragmatischer aber auch verzweifelter sind, wie z.B. ,,Dolphin". Das Album schien also Licht and Schatten zu haben. Insofern war der Titel ,,Black & White" ja durchaus entsprechend. Die Nummer war dann eher ein Spiel. Erstens mit der Tradition von Simple Minds, denn wir hatten ja das Album ,,New Gold Dream 81 - 82", das war das eine. Und zum zweiten haben wir das Album am 05.05.2005 beendet - ein einprägsames Datum. Plötzlich sagten wir uns: Das könnte einen guten Albumtitel ergeben: ,,Black & White 050505". Aber es konnte auch die Hotline für einen Pizza-Service sein, das wäre natürlich irgendwie unpassend. Aber letztlich sucht man nach einem Titel, der auffällt und den man sich gut merken kann.


Die Simple Minds sind als Liveband bekannt. Wie, sieht es mit dieser neuen Tour aus?

D
as Tolle an diesem Album ist, dass wir schon lang geplant haben, es live zu spielen. Simple Minds waren immer eine Liveband. Wir haben bei jedem Album eine Tour gemacht. Aber bei diesem Album hört man schon, dass die Songs live toll klingen werden. Ich glaube auch, dass diese neuen Stücke an unsere Klassiker heranreichen, die wir ja immer im Programm haben. Ich kann mir gut vorstellen, die Show mit ,,Stay Visible" zu beginnen. Das scheint einfach naheliegend. Ich denke, dass wir in diesem Jahr die meiste Zeit auf Tour sein werden.

                                                                                    


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